PASLAM

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Paslam ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

 

Geografie

 

Paslam liegt in der Region Oberland, direkt am Rand der Bayerischen Alpen. Höhenlage: 703,23 m üNN (Höhenmarke Gemeindeamt, Marktplatz 1) 703,22 m üNN (Höhenmarke Gaststätte Zum Ochsen) 722,99 m üNN (Höhenmarke Sportplatz Lokomotive Paslam), 746,61 m üNN (Höhenmarke Paslamer Waldsee)

Der geheimnisvolle Paslamer Waldsee

 

Geschichte

 

1119 erfolgte die erste Erwähnung Paslams in einer Urkunde des Bischofs Heinrich von Freising und Abt Aribo von Tegernsee. Unter den Freisinger Bischöfen erhielt der Ort im 13. Jahrhundert das kleine Marktrecht.

1312 wurde von den Waldeckern die noch fast fertig gestellte Festung Paslam in Schutt und Asche gelegt.

Im Jahr 1598 beim “Miesbacher Frühling” gelang es den Bewohnern von Miesbach und Paslam und Umgebung, die Ansiedlung einer Brauersfamilie aus dem Hannoverschen erfolgreich zu verhindern. Nach verlustreichen Kämpfen sah es schon nach einem Sieg der Hannoveraner aus, jedoch drehte sich das Blatt entscheidend durch den selbstlosen Einsatz der Elke Brusius aus Paslam, die die kämpfenden Bewohner von Miesbach, Paslam und Umgebung selbstlos mit selbst produzierten Getränken versorgte und so die Moral wieder aufrichtete. Nach Abzug der Hannoveraner erlag die Elke Brusius bei den abschließenden Siegesfeiern einem schweren Leberleiden, was den Hannoveranern immer noch angelastet wird.

Im Jahr 1604 wurde die Elke Brusius aus Paslam vom damals amtierenden Papst Clemens VIII heilig gesprochen und später die Orts- und Wallfahrtskirche von Paslam der Elke gewidmet und geweiht.
 

Im Jahr 1787 wurde bei einem Stadtbrand fast der gesamte Ort bis auf den Gasthof Zum Ochsen zerstört. Die ebenfalls völlig zerstöre Orts- und Wallfahrtskirche St. Elke wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Mittelpunkt der Kirche wurde wieder die auf wundersame Art und Weise aus den Flammen gerettete, fast unbeschädigte Lindenholzfigur der Herzensguten Uta.

Orts- und ehemalige Wallfahrtskirche St. Elke


Am 16. September 1882 war Paslam Durchgangspunkt einer 57 Kilometer langen, auf Holzmasten verlegten Gleichstromleitung nach München. Mit Dampfmotor zum Antrieb wurde per Freileitung eine Gleichspannung von 1.343 Volt in den Münchner Glaspalast übertragen. Mittels elektrischer Pumpe wurde ein hübscher künstlicher Wasserfall erzeugt. Damit wurde gezeigt, dass elektrische Energie über sehr große Distanzen übertragen werden kann. Diese von Oskar von Miller und Marcel Deprez vorgestellte Neuerung war die weltweit erste Kraftstromübertragung über eine derart weite Strecke. Am 17. September 1882 kam es jedoch zu einer mehrtägigen Unterbrechung des Stromflusses in Richtung München. Unbekannte hatten die Leitung im Gemeindegebiet Paslam unterbrochen.  In Paslam hieß es eine Woche lang „O’zapft is!“. Die Störung wurde später behoben durch Umleitung der Leitung um den Ort Palsam herum.

Am 1. Mai 1945 wurde Paslam kampflos an die Amerikaner übergeben. Im Gasthaus Zum Ochsen wurden die Amerikaner freundlich empfangen. Das war die Grundlage für einen immer noch andauernden Touristenstrom nach Paslam, Bayern aus Ohio, Vereinigte Staaten von Amerika.
 

 

Religionen

 

Paslam besitzt eine überwiegend katholische Bevölkerung, die ihren Mittelpunkt in der Kirche St. Elke hat.

Im Einklang mit vielen anderen Gemeinden Altbayerns verfügt es über keine wechselvolle Religionsgeschichte. Wolf Dietrich von Maxlrain wollte Paslam Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Zentrum des Protestantismus im südlichen Bayern machen, scheiterte aber schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit den Paslamern im Gasthof Zum Ochsen.

Seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert entwickelte sich Paslam sogar zu einem überregional bekannten Wallfahrtsort, in dessen Mittelpunkt die vom oberösterreichischen Holzschnitzer Seppl Mosler gefertigte Lindenholzfigur der Herzensguten Uta stand. Auf dem Höhepunkt dieser Zeit verehrte Papst Innozenz XIII der Figur den Titel "Miraculi gloriosi".

Sein Nachfolger Benedikt XIII schenkte zudem der Gemeinde die Gebeine des Heiligen Klaustrophobus (Katakombenheiliger), die in der Kirche St. Elke aufbewahrt wurden, im Jahr 2001 jedoch spurlos verschwanden.
 

Gebeine des Hl. Klaustrophobus
(Archivfoto von 1954)

Eine evangelische Gemeinde konnte sich nicht bilden.

Von den ehemals in Palsam vorhandenen zwei klösterlichen Zweigniederlassungen musste das Kloster der Tröstenden Brüder 2003 mangels Nachwuchs als letztes seine Pforten schließen.

 

Einwohnerentwicklung

 

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden

1970: 2672
1987: 2888
und im Jahr
2002: 3098
Einwohner gezählt.

Die Einwohnerzahl betrug am 1. Januar 2007 3.143 Einwohner (darunter 59 Zweitwohnsitze). Die Zahl der Einwohner setzt sich zusammen aus 1487 männlichen und 1.636 weiblichen Einwohnern.

 

Politik

 

Bürgermeister ist Schorsch Filbinger (CSU). Seine beiden Vorgänger waren Max Filbinger (CSU) und Alois Filbinger (CSU). Nachfolger wird der Ferdi Filbinger (z.Z. CSU-Jugendortsgruppe Paslam)

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 936 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 290 T€.

 

Kultur und Sehenswürdigkeiten

 

Paslam ist ein Zentrum der bayerischen Brauchtumspflege. Im 17. und 18. Jahrhundert erlangte der Ort Bedeutung durch die Wallfahrten zur Herzensguten Uta und wegen seines Schnitzkunsthandwerks.

Der Marktplatz und der Kirchenplatz bis zum Feuerwehrvorplatz stellen ein Altstadtensemble von hohem baulichem Reiz und Wert dar.

Hinzu kommen die exponierte Lage der Kirche St. Elke und der Biermöslweg mit seinen zahlreichen Baudenkmälern. Die Blickbeziehungen von erhöhten Lagen auf den Stadtkern ergänzen das prächtige Gemeindebild.

Volksfeste

Alljährlich wird am dritten Wochenende im September der Herzensguten Uta in Form eines Volksfestes am Bichl gedacht, bei dem eine jungfräuliche Paslamerin zur "Herzensguten Uta" des Jahres gewählt wird, die dann im Festzelt servieren darf.

Die Originalfigur der Herzenguten Uta kann jeden ersten Sonntag im Monat in St. Elke nach der Frühmesse besichtigt werden. Wegen des großen Andrangs der kulturell und religiös interessierten Herren aus Paslam und Umgebung können Auswärtige nur nach Voranmeldung in geringer Zahl an der Besichtigung teilnehmen.

Sehenswert

  • Die katholische Kirche St. Elke, mit Glockenturm, Höhe 29 Meter,Kirchplatz (Kardinal-Ratzinger-Platz)
  • Die Ruine der Festung Paslam
  • Das (Jugend-)Kulturzentrum (gegründet 1776/77), Rosi-Waguscheit-Allee 12
  • Das Heimatmuseum mit verschiedenen lokalen Schwerpunkten, Biermöslweg1b
  • Der historische Gemeindekern mit Marktplatz, Kirchplatz und Feuerwehrvorplatz
  • Der Paslamer Waldsee mit einer maximalen Tiefe von 29 Metern

 

Wirtschaft und Infrastruktur

 

Das Geschäftszentrum Paslams liegt deutlich erkennbar an den wichtigsten Plätzen, dem Marktplatz, dem Kirchenplatz und dem Feuerwehrvorplatz. Marktplatz und Kirchenplatz sind umgeben von hübschen Gassen wie dem Holzheimer und dem Tiroler Winkl. Diese kleinteilige Struktur ist in vergleichbaren Gemeindekernen nur selten zu finden, sie ist eine Besonderheit Paslams. Der zahlungswillige Kunde findet in kürzester Entfernung eine Vielzahl von unterschiedlichen Geschäften vor.

Zum Beispiel:

  •  Sport-Ertl
  •  Bertelmeiers Elektroparadies
  •  Tumm, Edeka-Markt
  •  Getränke Hoffmann, Andechser Straße
  •  Frisörsalon am Bichl (Inhaber AhsahmaWada-Mahardran, ehemals Adolf Weiß)
  •  VIVO (Getränkemarkt) Paslam Nord

 

Verkehr

 

Eisenbahn: Palsam hat einen mittlerweile stillgelegten Bahnhof an der seit 1999 nicht mehr betriebenen Strecke von München Hauptbahnhof nach Bayrischzell

Autobahnabfahrten: Paslam ist über die Anschlussstellen Weyarn oder Irschenberg (sowie die Behelfsausfahrt Seehamer See) der Autobahn A8 zu erreichen. Eine eigene Autobahnanschlussstelle Paslam steht zur Diskussion.

 

Ehrenbürger

 

1968 Alois Filbinger, Vater vom Max Filbinger, dem vorherigen Bürgermeister und dessen Vorgänger, Großvater vom Schorsch Filbinger

1993 Max Filbinger, Vater von Schorsch Filbinger, dem jetzigen Bürgermeister und dessen Vorgänger im Amt

2005 Ignaz Bechtlgruber, Paslams ältester Mitbürger

 

Persönlichkeiten

 

  • Prälat Wimmerl
  • Gschwendtner Josef, Kulturredakteur des Paslamer Boten
  • Dr. Tschabobo, Leiter des Heimatmuseums Paslam
  • Bechtlgruber Ignaz, Paslams ältester Mitbürger
  • Willert Bruno, Paslamer Ortspolizist

 

Literatur

 

  • Anonymus: Die Herzensgute Uta. Die unbewaffneten Wallfahrten nach Paslam. 1882
  • Borgerding, Jörg: Paslam - Bayern. 2007
  • Dillinger, O.P.: First we take Miesbach than we take Paslam. The end of war in “Zum Ochsen”. (Erinnerungen eines GI) Ohio 1969
  • Gemeinde Paslam (Hrsg.): Wanderführer Paslam – Bayern. Band 1: Familienwandern. 1995
  • Gemeinde Paslam (Hrsg.): Wanderführer Paslam – Bayern. Band 2: Für geübte Wanderer. 1996
  • Gschwendtner, Josef: Die Gebeine des Hl. Klaustrophobus.  Eine kritische Reliquienbetrachtung. Beilage des Paslamer Boten vom 21.03.2001  (Die Gebeine verschwanden spurlos in der Nacht vom 22. auf den 23. März 2001)
  • Klausewiz, H.: Kurzzeitige Störung des Gleichspannungs-Stromtransportes in den Münchner Glaspalast, in: Müller, O. (Hrsg.): Die weltweit erste Kraftstromübertragung über eine längere Strecke im Jahre 1882 und ihre Probleme. 1972, S. 234-236
  • Petronis, B.: Die mystische Zahl 29. Ein See und ein Kirchturm in Oberbayern. Zufälle, die keine sein können. 1968
  • Quadling, P.-U.: Das wundervoll samtige Starkbier der Tröstenden Brüder der Klosterzweigniederlassung Paslam, in: Hacken-Schorr, W. (Hrsg:): Kleinbrauerei-Tradition in Oberbayern. 1983
  • Toplitz, R.: Der versenkte Schatz im Paslamer Waldsee. Geheimnisvolle Funde in 29 Meter Tiefe. 1988
  • Trollhard, N.: Das kleine Marktrecht. Verwaltungsrecht unter den Freisinger Bischöfen im 13. Jahrhundert am Beispiel des oberbayrischen Ortes Paslam. 1957
  • Tschabobo, O.: Der Stadtbrand von Paslam im Jahre 1787 und die wundersame Rettung der Lindenholzfigur der Herzensguten Uta. 2000
  • Willert, Bruno: Ordnung ist das halbe Leben. Und die andere Hälfte auch. Amtliche Hinweise für ordentliches Verhalten in der Gemeinde Paslam. 2005 (Band 1 der von  der Gemeinde Paslam herausgegebenen Schriftenreihe: Unsere Gemeinde Paslam - Bayern)
  • Wondraleck, U.: Der Glockenturm von St. Elke in Paslam. 1968

 

Vereine

 

  • Lokomotive Paslam, Fussballverein
  • Freiwillige Feuerwehr Paslam
  • Bayrisches Rotes Kreuz Paslam, Bereitschaft SEG Paslam
  • PaslamerGoaßlschnalzgruppe
  • Heimat- und Trachtenverein Palsam e.V.
  • Schützenverein Paslam (ehemals Gebirgsschützenkompanie Alte Kameraden Paslam)
  • Musikverein Paslam e.V. mit dem Paslamer Spielmannszug

 

Stand der Datenerhebung: 09.09.2007, Status: In Bearbeitung